Der Weg zu Fanthams Peak - Mount Taranaki, Neuseeland | © Boardshortslife Treppen zu Fanthams Peak - Mount Taranaki, Neuseeland | © Boardshortslife Fanthams Peak Hut - Mount Taranaki, Neuseeland | © Boardshortslife Fanthams Peak - Mount Taranaki, Neuseeland | © Boardshortslife

Fanthams Peak – Mount Taranaki

Der Mount Taranki ist eine der Top Sehenswürdigkeiten in Neuseeland und war unlängst erst in den Medien, wegen einer verschwunden Deutschen Backpackerin (die jetzt zum Glück wieder auftauchte). Nicht zu Unrecht warnen Broschüren des DOC vor dem Aufstieg als unerfahrener Wanderer.

Ich habe mich dann erst mal an den Track Fanthams Peak gewagt, der einige Höhenmeter unter dem Taranaki Summit Track endet. Für den 5 stündigen Walk solltest du unbedingt 2 L Wasser (pro Person) dabei haben und ausreichend Proviant! Außerdem habe ich ein paar super Tipps, wenn du das erste mal einen längeren Track gehst!

Das habe ich immer dabei

Der Start

Mit dem Camper bin ich erst einmal eine kurvige Waldstraße zu dem auf 902 Metern Höhe liegenden Visitor Center gefahren. Hier gibt es ein kleines Cafe und Toiletten. Der Parkplatz war dank des guten Wetters unheimlich voll. Dann hieß es rein in die Wanderschuhe, Rucksack packen und noch mal einen großen Schluck Wasser nehmen. Auto abschließen nicht vergessen!

Der Aufstieg – durch den Hillary Seat Wald

1064 Höhenmeter ist der „Fanthams Peak/Panitahi and Syme Hut“ (ich schreibe ab jetzt Fanthams Peak) von dem Parkplatz auf dem man startet entfernt. Und die wollen irgendwie erklommen werden. Ich hatte an dem Tag unendliches Glück mit dem Wetter: Strahlend blauer Himmel und fast wolkenlose Sicht auf den Taranaki! Mit vollem Gepäck und im T-Shirt ging der Marsch los.

Ein vom DOC angebrachter Wegweiser führt mich auf einen dunklen Waldweg. Es ist eng, die Erde matschig und nach den ersten Metern erwarten mich die ersten Treppen. Wobei das keine Treppen sind, sondern eine Holzplanke, die in die Erde gesteckt wurde, um dann den Rest bis zur nächsten Holzplanke mit Erde aufzufüllen. Die Stufen sind echt verdammt hoch und ich merke schon auf den ersten Metern meine Beine! Der gesamte Waldweg besteht aus dieser Art Stufen und an der ersten Bank, nach etwa 15 Minuten weg, muss ich etwas trinken. Die rudimentären Treppen findet man hier in Neuseeland häufig und wenn man nicht gerade 1,80 m groß ist (was als Frau ja eher selten der Fall ist), geht das echt in die Oberschenkel.

Etappe 2 – Hooker Shelter

So langsam sehe ich Licht am Ende des schmal Waldweges. Die Sonne brennt auf meinem Kopf und ich hoffe insgeheim gleich da zu sein. Hinter der nächsten Ecke wartet dann aber mal das Hooker Shelter auf 1140 Metern Höhe. Noch nicht wirklich viel geschafft also. Ich trinke etwas und nehme den Pfad, der auch hier wieder nur aus Treppen besteht, wieder auf. Kleinere Büsche säumen nun den Weg und schützen nur mäßig vor der Sonne. Ein paar Meter weiter sehe ich dann mein Ziel: Fanthams Peak und danaben die Spitze des Mount Taranaki. Die Sicht ist hier unglaublich und motiviert mich weiter zu gehen.

Etappe 3 – Noch mehr Treppen

Vom Hooker Shelter geht es einen erdigen Treppenpfad hinauf bis zum letzten Wegweiser. Wer hier die Motivation verliert, kann zur Kapuni Lodge abbiegen. Oder aber weiter machen. Ich bin aus der Puste und muss den ersten Energieriegel essen. Vor mir sehe ich nun eine steile Holtreppe, natürich ohne Geländer. Die Aussicht nach ein paar Stufen ist unbeschreiblich und bis hierhin jede Mühe wert. Ich hoffe, dass nach dieser Holztreppe der Weg endet.

Etappe 4 – Ohne Treppen, mit Geröll

Wie vom DOC angekündigt erreiche ich nach der steilen Treppe den noch steileren Abhang aus moosigen Grasflächen und Geröll. Meine Motivation sagt, sie will nicht mehr. Ich entgegne es nach oben schaffen zu wollen. Laut vorgegebener Zeit vom DOC sind es ab hier noch 1 Stunde und 20 Minuten. Zähne zusammenbeißen. Die Steine sind unbefestigt, ich rutsche ständig ab und es lässt mich das Gefühl nicht los, zwei Schritte vor und drei wieder zurückzugehen. Meine Waden brennen und ich bis einige Male kurz davor umzudrehen. Insbesondere der steile Abstieg macht mir Sorgen. Als ich noch ein gutes Stück vor mir habe, treffe ich dann einen lässigen Typen mit Wanderstock. Er sieht aus, als würde er den Berg herunter Ski fahren. Er hält an und winkt.

„Der Weg nach unten ist ganz einfach und macht Spaß!“, sagt er auf Englisch und lacht über die „verwöhnten Deutschen“ als ich frage, warum man nicht einfach noch mehr Treppen bauen würde.

Ich bekomme wieder bessere Laune und stolpere gleich wieder über die Steine nach oben. Vergeblich ist man hier auf der Suche nach dem einen richtigen Weg. Holzstöcke markieren eine ungefähre Route, aber die Stellen zum hochklettern muss man alleine finden. Umso größer ist die Erleichterung und die Freude, als ich endlich den letzten Holzstock sehe und schließlich einige Meter vom Syme Hut entfernt nach unten schaue. Nicht umsonst wird der Track vom DOC zwischen „advanced“ und „expert“ eingestuft.

Der Gipfel – oder zumindest der daneben

Hier ist man zwar nicht ganz auf dem Taranaki Gipfel, aber die Aussicht auf diesen ist dafür umso besser. Ich genieße die Luft und ziehe dann nach und nach meine Fleece- und später auch die Daunenjacke an. Nur einige 100 Meter entfernt liegt ja auch Schnee. Ich schaue mir die kleine Hütte an, in der man auch übernachten kann. So eine Übernachtung habe ich mir für den nächsten Aufstieg vorgenommen. Matratzen liegen in 4 Schlafplätzen, den Rest muss man mitbringen. Wasser gibt es zwar, das sollte man aber vor dem trinken abkochen (Wasserfilter mitnehmen!). Eine Toilette steht einige Meter entfernt vom Hut. Ich genieße die Aussicht und rutsche dann gestärkt den Berg nach unten. Spaß macht mir das nicht, aber einfach ist es. Ein paar Mal falle ich dann trotzdem hin. Ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Julia Unkrig

Julia Unkrig

Hi, ich bin Julia Unkrig, 26 Jahre alt und habe mich Ende 2016 entschieden, meinen sicheren Job an den Nagel zu hängen und mich selbstständig zu machen. Seitdem hat sich mein Leben und meine Einstellung dazu um 180° gedreht! Als Designerin kann ich meinen Job von überall auf der Welt ausführen und darüber bin ich unendlich dankbar. Im Januar 2017 habe ich meine Reise mit Neuseeland und Australien begonnen und reise nun im eigenen Van durch Europa!

3 comments

  1. Was für eine schöne Slideshow!
    Ich beneide dich um dein Abenteuer… Wäre auch gern dort. Die Idee mit der Packliste im Beitrag finde ich sehr gelungen. Erlebe ich selten in Reiseberichten. Macht aber nen guten Eindruck, wenn man selbst solche Trekkingtouren plant.
    Ich wünsche dir noch ganz viele tolle Erlebnisse und komme sicherlich gern noch mal bei dir stöbern 🙂
    Alles Liebe,
    Yvonne von Limalisoy.de

  2. Ein wirklich toller Blog, sehr schöne Bilder! Und auch eine spannende Geschichte, die dahintersteckt. Nicht viele wären so mutig wie du!
    Lg
    Barbara

  3. Hey Julia,
    wow, umwerfende Bilder! Da bin ich ja schon ein bisschen neidisch! 😉 Australien & Neuseeland reizen mich sehr, allerdings klappt das wohl in diesem Jahr nicht mehr! Aber für 2018 finde ich auf deinem Blog definitiv jede Menge Inspiration.
    Liebe Grüße
    Marc

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