ArthursPass-AvalanchPeak

Arthur’s Pass Village & Avalanche Peak Walk

Ich bin da, endlich angekommen auf der Südinsel Neuseelands. Nach einem kurzen Inlandsflug von Auckland nach Christchurch stehe ich am Flughafen und warte auf meinen Rucksack. Komischerweise hat irgendwie alles nicht mehr so reingepasst, wie auf dem Hinflug von Deutschland aus. Und dann wurde auch noch das Handgepäck super streng kontrolliert. Es hieß umpacken, weil Kameraequipment und Laptop einfach mehr als 7 kg wiegen. Im großen Rucksack waren aber noch 7 Kilo frei und ich habe gestopft wie eine Wilde ;).
Und dann stand ich endlich da: In Christchurch und wartete auf den Bus, der übrigens vom Flughafen in die City echt überteuert ist – aber was muss das muss.

Als erstes Top Ziel habe ich mir den Arthur’s Pass ausgesucht, beziehungsweise eher das Arthur’s Pass Village. Von Christchurch aus sind es etwa 2 Stunden Fahrt in ein von kiesigen Flussbetten umgebenes Nest mit Café, Unterkünften und dem typischen i-Sight Visitor Center.

Arthur’s Pass Route

Von Christchurch in das Arthur’s Pass Village sind es circa 2 Stunden Fahrt, unterwegs war ich wegen des riesigen Wohnmobils aber etwa 2,5 – 3 Stunden. Aber ich kann verraten, dass sich die Strecke wirklich lohnt. Besonders im Herbst sind die Farben der Blätter im Kontrast zu den Flüssen und den schwarzen Kieseln atemberaubend und man möchte am liebsten an jeder Ecke anhalten. Von Christchurch aus über den State Highway 76 kann man beispielsweise in Springfield Rast machen. Dann geht es auf den SH 73 der wirklich tolle Ausblicke liefert. Hinter Springfield erwarten dich unzählige Walks und „Scenic Reserves“ an denen man halten kann. Ziel war aber dann doch das Arthur’s Pass Village für mich.

Arthur’s Pass Village

Was im Arthur’s Pass Village sofort auffällt, ist die ratternde Eisenbahn, die sich neben der Straße herschlängelt. An dem kleinen Bahnhof gibt es Toiletten und einige Parkplätze. Gegenüber das typische i-Sight Visitor Center, in dem man einige Klamotten und Souvenirs kaufen, sich aber auch über die umliegenden Walks informieren kann. Hier gibt es wirklich viele Wanderungen, angefangen von 20 – 30 Minuten bis hin zu Bergbesteigungen und Tagestouren. Die große DOC Info Broschüre, habe ich euch mal hier verlinkt.

Camping im Village

Ich habe mich für den DOC geführten Platz „Avalanche Creek Shelter“ entschieden. Der Platz ist von dem Bahn Parkplatz zu erreichen und hat nur wenige Plätze, first come first serve. Ich war sehr zufrieden mit dem Platz, allerdings sollte man nicht zu viel erwarten, es gibt keine Duschen, keinen Strom und wenig Platz. Für den kleinen Preis und den Standort aber völlig in Ordnung. Wer es luxuriöser mag, kann sich im Village nach den zahlreichen Alternativen (Motels, Backpacker, etc.) umsehen.

Essen und Trinken im Village

Mal keine Lust selber zu kochen? Im Arthur’s Pass Village muss man, auch wenn es abgelegen scheint, nicht auf sein Kaffee mit Kuchen im Café, Mittag- oder Abendessen verzichten. In einem kleinen Store gibt es sogar das nötigste zu kaufen. Im angrenzenden Cafe kann man sich auf der Veranda Kaffee servieren lassen und kleine Snacks bekommen. Im „Wobbly Kea“ gibt es das Komplettprogramm von Frühstück bis Abendessen.

Avalanche Peak Track

Dauer: 4,5 – 5,5 Stunden (one way)
Option Rundweg: Avalanche Peak Track hoch und Scotts runter (bei gleichbleibender Zeit)
Höhenmeter: 1.100 Meter

Orangene Markierungen beim Start der Waldwanderung
Orangene Markierungen beim Start der Waldwanderung

Ich habe ja gedacht, nach den ganzen Wanderungen auf der Nordinsel, wäre ich schon auf so einiges vorbereitet, aber dann kam der Avalanche Peak Track. Über nur 2,5 km klettert man vom Village steil bergauf, und zwar ganze 1.100 Höhenmeter. Das schlaucht – und wie. Im Waldstück geht es schon gut los, wer bis jetzt noch nie die Hände auf einer Wanderung benutzen musste, jetzt sind sie gefragt. 1,5 Stunden klettert man hier über Steinformationen durch den Wald. Einige wie Schlaufen geformte Wurzeln helfen beim hochziehen, aber mal ehrlich: alleine wäre ich den Track auf keinen Fall gegangen und hätte es sicherlich auch nicht geschafft. Die 1,5 Stunden durch den Wald kamen mir echt unendlich vor, umso schöner ist es, wenn man schließlich die Baumgrenze erreicht!

Erster Blick ins Tal nach der Waldwanderung
Erster Blick ins Tal nach der Waldwanderung
Gelbe Markierungen nach der Baumgrenze
Gelbe Markierungen nach der Baumgrenze

Aus dem Wald eröffnet sich ein wunderschöner Blick ins Tal und auf den bevorstehenden Anstieg. Ab hier folgt man den gelb markierten Holzstangen, die in mal mehr, mal weniger geringen Abständen im Boden stecken. Der Weg ab hier geht zwar stetig nach oben, ist aber bis auf den Anstieg wirklich einfach. Etwa 1 – 1,5 Stunden folge ich dem Wanderpfad, bis ich schließlich am Fuße des Avalanche Peak stehe. Die Landschaft ist wunderschön, einige Berge in der Ferne sind mit Schnee bedeckt. Und da muss ich jetzt noch hoch? Ja, musste ich und dieser letzte Anstieg hat es noch mal in sich.

Blick auf die andere Seite ins Tal
Blick auf die andere Seite ins Tal

Nach dem Anstieg folgt eine 15 minütige Kletterpartie, bei der sich die gelbe (Avalanche Peak) und die orangene Route (Scott’s Track) treffen. Nicht ganz ungefährlich ist der schmale Pfad zum Gipfel über große Felsen, die Aussicht ist dafür umso schöner! Ich stand dort über den Wolken, inmitten der Berge ganz weit oben und überblickte alles. In der Ferne zogen große Wolken auf, Nebel verdeckte hier und da die Sicht. Ich setzte mich und genoss die Luft bevor ich das letzte Sandwich aß und den Abstieg antrat.

Blick über die Bergen vom höchsten Punkt aus
Blick über die Bergen vom höchsten Punkt aus

Der Abstieg über den Scott’s Track ist zwar etwas wenige steil, aber mindestens genauso anstrengend. Die 5 Stunden Aufstieg zehren an den Kräften und nach ein paar Stunden Abstieg, wollte ich nur noch eins: zum Wohnmobil und duschen. Die Aussicht und den Anstieg nach dem Wald möchte ich aber um keinen Preis missen und das Gefühl nach gut 8 Stunden wieder im Arthur’s Pass Village zu stehen und es einfach geschafft zu haben.

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Julia

Julia

Hi, ich bin Julia, 25 Jahre alt und habe mich Ende 2016 entschieden, meinen sicheren Job an den Nagel zu hängen und mich selbstständig zu machen. Seitdem hat sich mein Leben und meine Einstellung dazu um 180° gedreht! Als Designerin kann ich meinen Job von überall auf der Welt ausführen und darüber bin ich unendlich dankbar. Im Januar 2017 habe ich meine Reise mit Neuseeland und Australien begonnen und reise nun im eigenen Van durch Norwegen!

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